Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Aufsetzen?
Der Honigraum kommt aufs Volk, sobald zwei Dinge zusammentreffen: genug Bienenmasse und einsetzende Tracht. Als Faustregel gilt: Ist der Brutraum zu etwa zwei Dritteln bis drei Vierteln von Bienen besetzt und blühen die ersten Massentrachten (Löwenzahn, Obstblüte, Raps), wird es Zeit. In den meisten Regionen Deutschlands ist das Mitte April bis Anfang Mai.
Weitere sichere Anzeichen: Die Bienen tragen zügig Nektar ein, es wird hell gebaut (frischer Wabenbau), der Drohnenrahmen ist bestiftet und die Völker sitzen abends dicht in den Wabengassen. Lieber etwas zu früh als zu spät aufsetzen – fehlt der Platz, steigt der Schwarmtrieb und die Bienen verhonigen das Brutnest.
Mit oder ohne Absperrgitter?
Zwischen Brutraum und Honigraum legen die meisten Imker ein Absperrgitter. Es hält die Königin im Brutraum, sodass der Honigraum brutfrei und damit sauber und hell bleibt. Die Arbeiterinnen passen durch das Gitter, die größere Königin nicht. Imkert man ohne Gitter (ungeteilter Brutraum), braucht es mehr Erfahrung beim Schleudern.
Honigraum aufsetzen oder untersetzen?
Eine Dauerdiskussion unter Imkern:
- Aufsetzen (oben): Der neue Honigraum kommt über das Volk. Einfach und üblich – die Bienen tragen den Honig gerne nach oben.
- Untersetzen (unter den vollen Honigraum): Ein zweiter, leerer Honigraum wird unter den bereits gefüllten gesetzt. Vorteil: Der reife Honig oben bleibt ungestört, die Bienen verlängern das Nest nach unten. Nachteil: mehr Hebearbeit.
Für den ersten Honigraum spielt das keine Rolle – er wird einfach aufgesetzt. Zum Anlocken hilft es, ein bis zwei ausgebaute Waben in den neuen Honigraum zu hängen.
Wann kommt der zweite Honigraum?
Sobald der erste Honigraum zu etwa zwei Dritteln gefüllt und gut besetzt ist, kommt der nächste – sonst fehlt bei guter Tracht schnell der Platz. In starken Rapsjahren kann das bereits nach 7–10 Tagen sein.
Häufige Fehler
- Zu spät aufgesetzt: Platzmangel führt zu Schwarmstimmung und verhonigtem Brutnest.
- Zu viel Raum für ein schwaches Volk: Es kann den großen Honigraum nicht halten – Schimmel und Wachsmotten drohen. An die Volksstärke anpassen.
- Absperrgitter vergessen: Brut im Honigraum macht den Honig dunkel und das Schleudern aufwändig.
Tipp: Notiere Datum und Anzahl der Honigräume direkt in der Stockkarte. In der Lokalbee-App hältst du die aufgesetzten Honigräume bei jeder Durchsicht fest und behältst über die Jahre die Trachtleistung jedes Volkes im Blick. Eine kostenlose Stockkarte-Vorlage gibt es hier.