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Lokalen Honig kaufen: Preise, Sorten und woran du echten Imkerhonig erkennst

Was kostet Honig direkt vom Imker? Preise je Sorte, wann es welchen Honig gibt, woran du echten Imkerhonig am Etikett erkennst und wie du einen Imker in deiner Nähe findest.

Geprüftes Expertenwissen · Quellen: Honigverordnung (HonigV) und Leitsätze für Honig des Deutschen Lebensmittelbuchs, Deutscher Imkerbund e. V. (D.I.B.) — Marktdaten und Warenzeichen, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf

Was kostet Honig direkt vom Imker?

Die kurze Antwort: 6 bis 12 Euro für ein 500-Gramm-Glas, je nach Sorte. Es gibt keine Preisbindung, jeder Imker kalkuliert selbst, und regional gibt es spürbare Unterschiede. Als Orientierung:

Sorte500-g-GlasVerfügbar abBesonderheit
Blütenhonig (Frühjahr)6 – 9 €Ende Maimild, wird meist rasch fest
Rapshonig6 – 9 €Maikristallisiert sehr schnell, sehr hell
Sommerhonig7 – 11 €Julikräftiger, dunkler als Frühjahrshonig
Waldhonig / Honigtau8 – 12 €Juli bis Augustdunkel, malzig, nicht jedes Jahr verfügbar
Akazie (Robinie)8 – 12 €Junibleibt lange flüssig
Cremehonig7 – 10 €ganzjähriggerührt, streichfähig

Im Supermarkt liegen Gläser oft bei der Hälfte. Das ist allerdings kein Preisvergleich, sondern ein Produktvergleich: Dort steht häufig „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern" auf dem Etikett, also Ware unbekannter Herkunft, verschnitten auf gleichbleibenden Geschmack.

Woran du echten Imkerhonig erkennst

Drei Dinge genügen:

  • Das Etikett nennt einen Namen. Imkerei, Anschrift, oft Sorte und Erntejahr. Wer seinen Honig selbst geerntet hat, schreibt seinen Namen darauf. Handelsware nennt nur einen Abfüller.
  • Der Honig kristallisiert. Fast jeder echte Honig wird mit der Zeit fest, weil er Traubenzucker enthält. Bleibt ein Glas über Monate glasklar flüssig, ist das eher ein Hinweis auf starke Erwärmung oder auf Akazienhonig.
  • Er schmeckt jedes Jahr etwas anders. Tracht, Wetter und Standort ändern sich, der Honig auch. Immer exakt gleicher Geschmack spricht für Verschnitt.

Das Warenzeichen des Deutschen Imkerbundes („Echter Deutscher Honig") ist ein zusätzliches Signal: Es verlangt unter anderem deutsche Herkunft, schonende Behandlung und einen niedrigen Wassergehalt. Es ist aber kein Muss — viele sehr gute Imker führen es schlicht nicht.

Kristallisiert heißt nicht verdorben

Der häufigste Irrtum beim Honigkauf. Kristallisation hängt vom Verhältnis von Traubenzucker zu Fruchtzucker ab: Rapshonig wird binnen Tagen fest, Akazienhonig bleibt monatelang flüssig. Beides ist normal. Wer es flüssig mag, stellt das Glas ins Wasserbad — aber höchstens 40 Grad, sonst werden die Enzyme zerstört, die guten Honig ausmachen.

Honig ist übrigens nahezu unbegrenzt haltbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum von meist zwei Jahren ist eine gesetzliche Vorgabe, kein Verfallsdatum.

Wann es welchen Honig gibt

Honig ist ein Saisonprodukt, auch wenn das Supermarktregal etwas anderes suggeriert. Der Imker schleudert zwei- bis dreimal im Jahr:

  • Mai: Frühjahrshonig aus Löwenzahn, Obstblüte und Raps. Hell und mild.
  • Juli: Sommerhonig aus Linde, Brombeere, Kleearten. Kräftiger.
  • Juli bis August: Wald- und Tannenhonig, sofern es eine Honigtautracht gab. Manche Jahre fällt er komplett aus.

Ab September füttert der Imker seine Völker für den Winter ein — dann wird nicht mehr geerntet. Wer im Winter Honig kauft, kauft aus dem Vorrat der Saison. Die Auswahl ist kleiner, die Qualität dieselbe.

Warum lokal kaufen einen Unterschied macht

Der offensichtliche Grund ist Rückverfolgbarkeit: Du weißt, wo die Völker stehen und wer geerntet hat. Der weniger offensichtliche ist die Bestäubung. In Deutschland halten rund 150.000 Imkerinnen und Imker etwa eine Million Bienenvölker, die allermeisten im Nebenerwerb oder als Hobby. Diese Völker bestäuben Obst, Raps und Wildpflanzen in der Region — ihre volkswirtschaftliche Leistung wird auf einen Milliardenbetrag jährlich geschätzt und übersteigt den Wert des Honigs bei weitem.

Wer beim Imker um die Ecke kauft, finanziert also nicht nur ein Glas Honig, sondern die Völker, die in denselben Gärten und Feldern unterwegs sind.

Wie du einen Imker in deiner Nähe findest

Auf dem Lokalbee-Marktplatz gibst du deine Postleitzahl ein und siehst, welche Imker in deiner Umgebung gerade Honig anbieten. Reservieren dauert wenige Sekunden, kostet nichts und verlangt kein Konto; bezahlt wird beim Abholen direkt beim Imker.

Daneben gibt es die klassischen Wege: Wochenmärkte, Hofläden, die Imkerlisten der Landesverbände und schlicht das Schild am Gartenzaun. Findest du online niemanden in der Nähe, lohnt ein zweiter Blick nach der Schleuderung im Frühsommer und im Spätsommer — dann kommt am meisten Honig dazu.

🍯 Honig in deiner Nähe finden

Postleitzahl eingeben und sehen, welche Imker gerade anbieten: zum Lokalbee-Marktplatz. Kostenlos reservieren, beim Imker abholen, dort bezahlen.

Häufige Fragen

Was kostet ein Glas Honig direkt vom Imker?+

Ein 500-Gramm-Glas Blütenhonig kostet bei Direktvermarktern meist 6 bis 9 Euro, Sommer- und Waldhonig 7 bis 11 Euro, Sortenhonige wie Akazie oder Lindenblüte 8 bis 12 Euro. Den Preis legt jeder Imker selbst fest, es gibt keine Preisbindung.

Warum ist Honig vom Imker teurer als im Supermarkt?+

Weil es ein anderes Produkt ist. Supermarkthonig ist häufig eine Mischung aus mehreren Ländern, im Großen abgefüllt und auf gleichbleibenden Geschmack verschnitten. Imkerhonig stammt aus einer bekannten Region, einer Saison und oft einer einzigen Tracht. Dazu kommt, dass ein Hobbyimker seine Arbeitsstunden nie einpreisen könnte.

Woran erkenne ich echten Imkerhonig?+

Am Etikett: Es nennt Imkerei und Anschrift, meist auch Sorte und Erntejahr. Steht dort „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“, ist es Handelsware. Zweites Merkmal: Echter Honig kristallisiert mit der Zeit. Das ist ein Qualitätszeichen und kein Verderb.

Ist kristallisierter Honig noch gut?+

Ja, und zwar uneingeschränkt. Kristallisation ist ein natürlicher Vorgang, der vom Verhältnis von Traubenzucker zu Fruchtzucker abhängt. Rapshonig wird schon nach Tagen fest, Akazienhonig bleibt monatelang flüssig. Im Wasserbad bei höchstens 40 Grad wird er wieder flüssig — heißer nicht, sonst gehen die Enzyme kaputt.

Wann gibt es welchen Honig?+

Frühjahrshonig aus Löwenzahn, Obstblüte und Raps wird meist im Mai geschleudert. Sommer- und Waldhonig folgen im Juli und August. Im Herbst und Winter verkaufen Imker aus dem Vorrat der Saison, dann ist die Auswahl kleiner.

Wie finde ich einen Imker in meiner Nähe?+

Über den Lokalbee-Marktplatz: Postleitzahl eingeben, verfügbare Gläser in der Umgebung sehen, kostenlos reservieren und beim Imker abholen. Daneben führen die meisten Landesverbände Imkerlisten, und Wochenmärkte sind der klassische Weg.

Quellen & Fachbehörden

  • Honigverordnung (HonigV) und Leitsätze für Honig des Deutschen Lebensmittelbuchs
  • Deutscher Imkerbund e. V. (D.I.B.) — Marktdaten und Warenzeichen
  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
  • Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf

⚠️ Kein Ersatz für tierärztliche Beratung oder amtliche Vorschriften. Bei Unsicherheiten immer das zuständige Veterinäramt oder einen Imker-Fachberater kontaktieren.

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